Auf-/zuklappen Aktuelles & Zeitgeschehen

Um sich greifen

Jörg Stegemann - 2017

Die Armut greift weiter um sich.
Und immer mehr Menschen greifen in den Mülleimer, um Pfandflaschen hervorzuholen.
Denn die Armut mästet nicht.
Sie mag ihre Kinder nicht fett.
Das alles geschieht leise, unbemerkt fast.
Die Armut ist nicht laut.
Sie liebt es still und leise.
Der Prunk ist ihr fern.

Kinder sitzen in den abgelegten Kleidern ihrer Geschwister im Unterricht.
Still darauf hoffend, dass alte Modetrends wieder modern werden.
Armut lehrt Demut. Armut lehrt Scham.
Armut bringt dir Unsichtbarkeit.
Niemand sieht dich! Niemandem zeigst du dich!

Armut perfektioniert das langsame, das unbemerkte Sterben.
Armut ist eine besondere Köchin.
Ihre Zutaten holt sie sich - bei den Tafeln.
Dort wo Menschen anstehen um zu überleben.

Aus WUT wird eine Suppe gekocht.
Gleichgültigkeit trägt auf
Auslöfeln müssen alle.

Weißwein zur Suppe?


Über Jörg Stegemann

14.04.1959

Männlich

Mitglied seit 19.01.2014


Homepage

Nachricht senden

Gedichte des Autors


Bin Gelegenheitsschreiber

Jeder Kommentar ist willkommen

Ausführliches Profil
Profil im Forum


Über das Gedicht

Veröffentlicht: 20.02.2017
Kategorie: Aktuelles & Zeitgeschehen

45 x gelesen
Noch nicht empfohlen

Link zum Gedicht
Gedicht drucken